Die meisten von uns haben nach dem Biounterricht in der Schule nie wieder etwas von Mitochondrien gehört, und doch sind sie hauptverantwortlich dafür, dass wir Menschen überhaupt in der Lage sind zu leben. Wie die kleinen „Kraftwerke der Zelle“ zu unserem Alterungsprozess beitragen, wollen wir in diesem Artikel genau durchleuchten.
Die Mitochondrien - Die Kraftwerke deiner Zellen
1000 - 2000 Mitochondrien pro Zelle produzieren die Energie, die der menschliche Körper für alle wichtigen Prozesse in der Zelle benötigt. Somit ermöglichen sie den Zellen ordnungsgemäß zu funktionieren und ihren jeweiligen Aufgaben nachzugehen.
Mitochondrien haben eine Besonderheit: sie besitzen ihre eigene DNA, die sogenannte mtDNA. Mithilfe dieser mtDNA produzieren sie mitochondriale Proteine, aus denen dann die Energie gewonnen wird. Die eigene DNA ermöglicht es einem Mitochondrium auch, sich ganz eigenständig zu vermehren. Diese Fähigkeiten, die in einem jungen Körper essenziell sind, können uns im Alter jedoch in die Quere kommen.
Mitochondrien und der menschliche Alterungsprozess
Generell kann man sagen: je älter eine Zelle wird und umso mehr die Mitochondrien dieser Zelle beschädigt sind, desto schwerer fällt es ihr, die benötigte Energie zu produzieren, um zu funktionieren. Fehlt die Energie, kann die Zelle nicht mehr ihren Aufgaben nachgehen und es kommt zu Problemen im gesamten Organismus – unserem Körper.
Insgesamt gibt es drei Ursachen für die Beschädigung unserer Mitochondrien:
1. Freie Radikale
Wenn Mitochondrien ihre Arbeit machen, entstehen als Beiprodukt dabei freie Radikale. Wenn die Anzahl an freien Radikalen steigt, greifen sie die mtDNA und die mitochondrialen Proteine an, was den gesamten Energiegewinnungsprozess beeinträchtigt. Aber auch Stress im Körper erhöht die Anzahl freier Radikaler und vermehrt somit die Angriffe auf die mtDNA.
2. Mutationen
Immer, wenn sich DNA vermehrt, sei es „normale“ DNA oder mtDNA, kann es zu Fehlern kommen, die man Mutation nennt. Diese Mutationen können fatale Auswirkungen haben und im schlimmsten Fall wird die Zelle funktionsunfähig.
3. Epigenetische Veränderungen
Wie auch bei normalen DNA-Strängen, hat das sogenannte Epigenom die Kontrolle über unsere Gene – also welche Gene aktiviert werden und welche inaktiv bleiben. Wenn wir älter werden, verliert das Epigenom zunehmend die Kontrolle über die Gene, was viele Prozesse aus dem Gleichgewicht bringt. Im Falle der Mitochondrien führt das ebenfalls zu einer verminderten Energieproduktion.
Kann ich etwas gegen mitochondriale Dysfunktion tun?
Mitochondriale Dysfunktion ist der Fachbegriff, der das Resultat der Beschädigungen beschreibt. Und die entscheidende Frage ist, kann man den schleichenden Prozess der Beschädigung unserer Mitochondrien aufhalten und zumindest verlangsamen? Es gibt Ansätze dazu!
Wie du deine Mitochondrien stärken kannst!
Forschungsergebnisse legen überzeugend dar, dass sportliche Betätigung, wie Ausdauer- und Krafttraining – selbst im fortgeschrittenen Alter – die Mitochondrienfunktion verbessern kann. Um die Mitochondrien zusätzlich vor übermäßigem oxidativen Stress zu schützen, ist es ratsam, eine Ernährung zu verfolgen, die reich an sekundären Pflanzenstoffen ist.